Bücher

Ein wenig Leben

„Yanagiharas Roman kann Dich verrückt machen, verschlingen und von Deinem Leben Besitz ergreifen.“ (The New Yorker)

„Ein wenig Leben“ ist nicht nur eine Hymne auf die Freundschaft, sondern auch auf die Kraft der Literatur, der es einmal wieder gelingt, Menschen auf der ganzen Welt über Tage zu fesseln.“ (NDR)

„Eines der aufwühlendsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe. Ein richtiges literarisches Abenteuer… Ein kühnes, wirklich bewegendes Buch. Wenn Sie in diesem Frühjahr einen Roman lesen, lesen Sie diesen.“ (Denis Scheck, ARD „Druckfrisch“)

„Dieses Buch macht fassungslos… diese mitreißende, aber auch alles verschlingende Emotionalität treibt Hanya Yanagiharas Literatur an und auch über die Grenzen. Das ist ein Kunststück. Uns tut keine Sekunde leid, die wir mit diesem Buch verbracht haben. Am Ende wünscht man sich, es würde weitergehen. Noch ein wenig Lesen, bitte. Aber los wird man das Buch ohnehin nicht mehr.“ (Andreas Platthaus, FAZ)

„Der Roman macht süchtig… Ein wenig Leben ist ein trauriger, aber kein düsterer Roman. Dafür ist er zu  reich und zu lebensklug und erzählt darüber hinaus eine gute Geschichte, bei der die Leser mitfiebern und mitbangen und auf ein glückliches Ende für Jude hoffen. Ein wenig Leben ist nicht nur eine Hymne auf die Freundschaft, sondern auch auf die Kraft der Literatur, der es einmal wieder gelingt, Menschen auf der ganzen Welt über Tage zu fesseln.“ (NDR INFO)

„Ein wenig Leben besitzt alle Eigenschaften, die es erlauben, von eindrücklicher, ja wuchtiger Literatur zu sprechen. Es ist eine Herausforderung für jeden Leser. Im wahrsten Sinn des Wortes ein umwerfendes Buch.“ (Deutschlandfunk)

Inhalt:

Ein wenig Leben handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern, die sich am College kennengelernt haben. Willem versucht als Schauspieler Fuß zu fassen; Malcolm, ein Architekt, will aus dem Schatten seines erfolgreichen Vaters treten; JB ist Künstler und derjenige, der ihren Zusammenhalt immer wieder auf die Probe stellt. Der brillanteste und charismatischste von ihnen ist Jude St. Francis, ein aufopfern liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Wie in ein schwarzes Loch werden die Freunde in Jedes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten.

Ein wenig Leben ist zugleich realistischer Roman und Märchen – ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Erlösung, das sich an die dunkelsten Orte begibt, an die Literatur sich wagen kann, und dabei immer wieder zum hellen Licht durchbricht.

 

Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. Ich weiß auch um ehrlich zu sein nicht, wie ich dieses Buch bewerten soll. Ich habe mal Pressemeinungen voran geschickt, die durchweg positiv sind und quasi JEDEN Menschen auffordern, dieses Buch zu lesen. Es ist so gut, laut den Kritiken, dass man es lesen muss, weil es wichtige Literatur ist. Die Autorin gewann mit diesem Buch den Kirkus Prize und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize, des National Book Award und des Bailey Prize. Des Weiteren ist „Ein wenig Leben“ eines der bestverkauften und mistdiskutierten literarischen Werke der vergangenen Jahre. Dem letzten Punkt kann ich definitiv zustimmen, denn kein mir bekanntes Buch hat für soviel Diskussionen gesorgt wie dieses. Ich habe mich im Vorfeld mit anderen Lesern ausgetauscht und Informationen eingeholt. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich wenigstens so lange gewartet habe, bis es als Taschenbuch rauskam, denn der Preis war fast schon unverschämt. Fast 30 Euro für ein gebundenes Buch empfinde ich als Frechheit. Egal, ob es mir gefällt oder nicht.

Aber schauen wir mal auf den Inhalt. Selbigen habe ich oben schon abgetippt. Das Buch dreht sich im Prinzip und in erster Linie um Jude. Seine Lebensgeschichte wird erzählt. Wie er aufgewachsen ist, wie seine Jugend war, wie er seine Freunde auf dem College kennenlernte und es geht, bis alle die Fünfzig überschritten haben. Was das Buch ausmacht, ist nicht nur die Dynamik der Gruppe, die sich im Laufe der Jahre natürlich auch verändert, sondern primär die Erlebnisse von Jude. Was diese mit ihm gemacht haben und warum er zu dem wurde, der er ist. Und ich muss sagen, dass ich selten so etwas verstörendes und trauriges gelesen habe. Es war entsetzlich. Es hat mich zum Weinen gebracht und zwar so doll und hemmungslos, dass ich in der Straßenbahn das Lesen unterbrechen musste, weil ich mich sonst vergessen hätte. So etwas ist mir lange nicht passiert. Diese Passagen haben mich auch im Alltag noch beschäftigt. Ich habe mit anderen darüber geredet, weil es mich so mitgenommen hat, dass ich drüber sprechen musste.

Es war desweiteren interessant zu erleben, über die Jahre, wie Jude sich verändert, wie er wächst und wie er tapfer bleibt, wo manch anderer vielleicht schon längst aufgegeben hätte. Es ist fast schon unmenschlich, wie er kämpft und sich immer wieder aus dem Dreck zieht und weiter lebt. Und immer, wenn man dachte, schlimmer kann es nicht werden, setzt die Autorin noch mal einen drauf. Und nochmal. Und nochmal. Und während des Lesens denkt man selbst schon, so, jetzt reicht es aber auch mal. Ich kann bald nicht mehr… Das war schon ein krasses Erlebnis, welches ich noch nie bei einem Buch hatte…

„Ein wenig Leben“ hat mich über ein halbes Jahr begleitet. Ich habe ein paar Pausen eingelegt. Das letzte Buch, das ich über einen sehr, sehr langen Zeitraum las (ich glaube es war über ein Jahr) war „Es“ von Stephen King. Es ist bekannt, dass King dieses Buch damals teilweise unter Drogen geschrieben hat und es war so unfassbar anstrengend zu lesen, dass ich es vermutlich niemals wieder in die Hände nehmen werde. Nun ist klar, dass Yanagihara im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte war, als sie dieses Buch schrieb, aber trotzdem war es nicht weniger anstrengend für mich. Ich kann leider gar nicht so genau, warum das so war. Ich habe mich über viele, viele Seiten geradezu gelangweilt und fragte mich, warum erzählt sie das jetzt alles? Hat das wirklich was mit der Handlung zu tun, bzw. ist es wichtig dafür? Und um ehrlich zu sein, kann ich mich auch kaum an diese Stellen erinnern und ich habe auch nicht das Gefühl, im Nachhinein, dass es tatsächlich wichtig war, dass das im Buch auftauchte… Sorry. Und das haben bestimmt viele ganz anders empfunden…

Ich war anfangs so verzweifelt und die Seiten waren dünn wie Pergamentpapier. Ich hatte gar nicht das Gefühl, weiterzukommen. Ich habe mich dann online mit Anderen ausgetauscht, weil ich nicht mehr weiter wußte. Ich konnte nicht verstehen, dass dieses Buch so gehyped wurde und ich mich nur langweilte beim Lesen. Mir wurde mehrfach versichert, dass es besser würde. OK. Somit ging es ja nicht nur mir so. Erleichterung. Die Frage war aber: Wann?? Es wurde mir gesagt, ich müsse bis zur Hälfte „durchhalten“. Durchhalten ist ja nun auch nicht unbedingt etwas, was man bei einem Buch müssen sollte… Aber gut. Ich hielt durch. Machte wie gesagt dann auch mal ne Pause und ja. Ab der Hälfte wurde es interessanter, spannender und endlich hatte ich das Gefühl es tut sich was. Leider war die zweite Hälfte auch nicht deutlich besser, bzw. war ich immer noch nicht wirklich gefesselt. Ja, ich wollte schon wissen, wie es mit Jude weitergeht. Aber immer wieder wurden dazwischen Geschichten erzählt, die mich wieder nicht so sehr interessiert haben. Kurzum: Insgesamt kann ich nicht behaupten, dass die Aussagen, die ich oben abgetippt habe, bei mir zutreffen. Schade. Sehr, sehr schade. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und bin traurig, dass es, für mich, enttäuschend war. Wenigstens teilweise. Darum, wirklich empfehlen, würde ich es nicht. Aber jeder kann sich ja seine eigene Meinung bilden. Ich finde, die Autorin hat sich bei einigen Sachen verrannt und andere wurden wieder zu sehr in die Länge gezogen. Die wirklich interessanten Storys waren die um Jude, die mich auch durch das Buch getragen haben.

Bei der Bewertung bin ich unsicher… Eigentlich würde ich 3 Sterne vergeben, ziehe aber doch noch einen ab, aufgrund der, für mich, übertriebenen Länge.

2 von 5 Sternen

⭐️⭐️

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