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In den Augen der Anderen

 

Jacob Hunt hasst die Farbe Orange. Und er hasst es, wenn sein gewohnter Tagesablauf gestört wird. Routinen sind für ihn lebenswichtig, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer autistischen Störung. Deshalb kocht Emma, seine Mutter, Montags nur grüne Speisen und Dienstags rote. Und längst hat sie Jacob‘s Besessenheit für Kriminaltechnik akzeptiert. Doch dann wird seine Erzieherin Jess erschlagen aufgefunden, und Jacob wird des Mordes an der jungen Frau verdächtigt. Die mühsam erkämpfte >Normalität< in Emma‘s kleiner Familie bricht zusammen.  Jacob muss sich vor Gericht verantworten. Alle Beweise sprechen gegen ihn. Doch Emma nimmt den Kampf auf. Denn es geht darum, ihren Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren – und um die Rechte von Menschen, die anders sind.

 

Ich habe schon von autistischen Störungen gehört, gelesen und auch schon Dokumentationen im Fernsehen geguckt. Allerdings war mir nicht bewusst, wieviele verschiedene Krankheitsbilder es gibt und es ist nicht einfach da Unterschiede zu finden. Aber ich bin halt auch Laie und nicht wirklich vertraut mit der Thematik.

„In den Augen der Anderen“ beschreibt sehr genau worunter Jcob leidet, bzw, sieht er selbst seine Krankheit nicht als Leiden, sondern er fühlt sich normal und stellt sogar die These auf, dass eigentlich alle Menschen ein Stück weit autistisch sind. Die Geschichte wird immer im Wechsel aus der Sicht der unterschiedlichen Charaktere erzählt, was ich persönlich sehr gut fand, weil man dadurch andere Blickwinkel hatte.

Die Geschichte hat mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt und gefesselt:

Zum einen natürlich mehr über die Krankheit zu erfahren und dadurch auch Jacob besser zu verstehen. Die Gedanken und Gefühle von Jacob sind komplex und super interessant. Er überrascht den Leser komplett und ich konnte nicht aufhören in seine Welt einzutauchen.

Die Gefühle der Mutter, die noch einen zweiten, gesunden Sohn hat und permanent denkt, dass sie keinem der beiden gerecht wird und sich bei allem selbst vergisst.

Der Bruder, der sein Leben seit seiner Geburt dem Jacob‘s unterordnen musste und, obwohl er ihn liebt, ihn auch verflucht, was man absolut verstehen kann…

Jodi Picoult versteht es einfach, den Leser zu fesseln und bei Laune zu halten. Sie hat ein sensibles Thema unheimlich interessant in eine Geschichte verpackt und man kann nicht aufhören, bis man weiß, wie es ausgeht. Und eins kann ich versprechen: Es bleibt spannend, bis zur letzten Seite!!!

 

5 von 5 Sternen

⭐⭐⭐⭐⭐

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