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ACHTNACHT – Sebastian Fitzek

Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Todeslotterie. Sie könnten den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen. In der „AchtNacht“, am 8.8. jeden Jahres, würde aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auserwählte wäre eine AchtNacht lang vogelfrei, geächtet. Jeder in Deutschland dürfte ihn straffrei töten – und würde mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel.

Sondern bitterer Ernst.

Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.

Und Ihr Name wurde gezogen!

Die Geschichte ist eigentlich gar nicht so abwegig… Und das macht sie doppelt spannend und unheimlich!

Benjamin Rühmann ist von einem Moment auf den anderen der „Staatsfeind Nr. 1“. Da wir ja immer durchsichtiger werden, ist es mittlerweile ganz einfach, jemandem das Leben zur Hölle zu machen.

Mit ein paar „Klicks“ kannst du wen zum Helden stilisieren, oder zum Abschaum. Letzteres ist Ben passiert und er weiß nicht, worum er sich zuerst kümmern soll: Sein Leben retten? Das Leben seiner Tochter retten? Oder sich selbst zu rehabilitieren? Es ist wirklich erschreckend mit anzusehen, in was Fitzek’s Protagonist reingetrieben wird und dass er dem ganzen echt ausgeliefert ist. Wie er versucht Lösungen zu finden, ist super spannend. Und wenn ich zwischendurch ein paar mal dachte „jetzt dreht der Fitzek aber durch…“, machte alles dann doch Sinn und alle Puzzleteile fügten sich zusammen!

Im Vergleich zu „Das Paket“ hat mich diese Story nicht verwirrt und genervt, sondern gefesselt und ich hab mich, nach der Enttäuschung des letzten Buches, mit Herrn Fitzek wieder versöhnt! 😉

Vorallem hat mir gefallen, dass Fitzek „beim Thema blieb“ und die Geschichte nicht aus den Augen verloren hat. Dass er nicht übertrieben versuchte, Spannung aufzubauen mit zu vielen verwirrenden Handlungssträngen. Sondern sich auf das Wesentliche konzentrierte und den Spannungsbogen gehalten hat!

Eine wirklich gelungene, runde Sache, die ich auch gerne weiterempfehle!

4 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️

1 Comment

  1. Nachtdrossel

    27. März 2017 at 20:23

    Ich hab es auch schon durch und fand es gut. Allerdings hat mich das Ende ziemlich enttäuscht. Für mich sind seine letzten beiden Bücher ungefähr gleichwertig, ich mag es aber auch etwas wirr und springe gerne hin und her. Obwohl mich das Ende enttäuscht hat, fand ich das Thema einfach so spannend dass es das wieder wett gemacht hat. Die davor möchte ich aber noch lieber (Das Joshua Profil, Noah und Passagier 23). Ganz zu schweigen von den „älteren“ Büchern Seelenbrecher, Abgeschnitten und Amokspiel. Großartig!

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