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Und nebenan warten die Sterne

Als Annie erfährt, dass ihre Schwester Kristen bei einem Zugunglück gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Sie sollten beide in diesem Zug sein – auf dem Weg zur Uni.

Annie fühlt sich schuldig am Tod ihrer Schwester. Sie sucht Trost bei ihrer Mutter Erika, doch diese flüchtet sich in ihre Arbeit. Annie begreift nicht, was mit ihrer liebevollen Mutter passiert ist, die für jedes Tief einen Rat wusste, deren Lachen so ansteckend war und deren Liebe die Familie zusammenhielt.

Erika weiß nicht wohin mit ihrer Trauer um Kristen, möchte aber vor Annie keine Schwäche zeigen – bis diese plötzlich verschwindet. Erika wird klar: Sie muß Annie finden! Sonst verliert sie auch noch ihre zweite Tochter.

Sonst verliert sie vielleicht alles.

Nach den ersten beiden Romanen von Lori Nelson Spielman, „Morgen kommt ein neuer Himmel“ und „Nur einen Horizont entfernt“, trifft die Autorin auch diesmal wieder mitten ins Herz.

Jeder, der schon mal einen geliebten, nahestehenden Menschen verloren hat, möglicherweise plötzlich, durch einen Unfall oder ähnliches, kann sofort die Gefühle der beiden Hauptcharaktere nachempfinden… Ich habe keine Kinder und weiß daher nicht, was es für eine Mutter bedeuten muss, das Kind zu verlieren. Aber ich habe Geschwister und ja, auch ich habe schon mir nahestehende und sehr geliebte Menschen verloren. Mich hat gerade aus diesem Grund die Geschichte sehr berührt. Zu akzeptieren, dass diese Person von einer Sekunde zur anderen nicht mehr da ist und nie wieder kommt, ist nicht nur schwer, es dauert mitunter auch sehr lange, da man das Unbegreifliche nicht akzeptieren kann.

Annie und Erika sind fest davon überzeugt, dass Kristen lebt und alles nur ein schlimmes Missverständnis ist. Annie macht sich alleine auf die Suche nach ihrer Schwester, während sie den Kontakt zur Mutter komplett blockiert. Und die arbeitswütige und ehrgeizige Top-Maklerin Erika muss nicht nur ihr Leben ohne ihre Töchter meistern, sondern lernt auch, dass es wichtigeres gibt, als Arbeit und Erfolg. Eine harte Schule für eine Frau, für die der Job immer an erster Stelle stand.

Sehr gefühlvoll und trotzdem ohne Schmalz werden die beiden ungleichen Frauen beschrieben die Autorin schafft es, dass man für beide Seiten Verständnis hat und mitfiebert. Natürlich verrate ich nichts, aber dieser Roman ist, wie auch schon seine beiden Vorgänger, ein absolutes Must-Have im Bücherregal.

Viel Spaß beim Lesen!

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